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Trinkwasserqualität

Trinkwasser ist eines der am besten überwachten Lebensmittel überhaupt. Unsere Mitarbeitenden entnehmen regelmässig, teilweise täglich, an rund hundert Stellen Wasserproben. Die Fachleute im Labor analysieren und beurteilen das Wasser bis ins Detail.

IWB überwacht das Trinkwasser an den Stellen, wo Risiken vorhanden sind und wo die einzelnen Prozessstufen etwas bewirken. So prüfen Mitarbeitende laufend die sichere Wasseraufbereitung. Kontrollpunkte befinden sich dort, wo das Rheinwasser in die Trinkwasserproduktion gelangt und das Grundwasser angereichert wird. Gefahren lauern vor allem im Bereich Bau und Montage. Deshalb prüft IWB gezielt jede Leitung, die ersetzt oder neu gebaut wird. Zudem führt IWB immer wieder Stichproben im Trinkwassernetz – etwa an den Hydranten – sowie in den Reservoiren und öffentlichen Brunnen durch.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe und Qualitätsdaten

Stoff in 1 Liter Trinkwasser* Täglicher Bedarf Wirkung
Hydrogencarbonat 177 mg 3000 mg Säure-Basen-Haushalt
Calcium 58 mg 800 mg Aufbau von Knochen und Zähnen sowie für die Blutgerinnung und die Muskeltätigkeit
Sulfat 32 mg 100 mg Gallen- und Darmtätigkeit

Chlorid

16.5 mg 830 mg Säure-Basen-Haushalt
Natrium 12.5 mg 550 mg Säure-Basen-Haushalt
Magnesium 7.9 mg 500 mg Knochenaufbau, Enzymaufbau. Verhindert Muskelkrämpfe                   
Nitrat 7.1 mg 40 mg/L** Nährstoff für Pflanzen
Kieselsäure 5.3 mg 10-40 mg Knorpel, Bindegewebe, Knochen, Haare, Zähne, Nägel
Kalium 1.9 mg 2000 mg Funktionsfähigkeit der Zellen, besondere Nerven und Muskeln
Fluorid 0.11 mg 1.5 mg**

Knochen und Zähne, kein Zusatz im Trinkwasser

Aluminium <0.005 mg 0.2mg/L** natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers, entbehrlich

*Mittelwert 2018     **Höchstwert nach Trinkwasserverordnung (TBDV)

Bakteriologie  
Aerobe, mesophile Keime 1 KBE/mL
E.coli 0 KBE/100mL
Enterokokken 0 KBE/100mL

 

pH-Wert Wasserhärte
7.7 17.7 °fH bzw. 9.9 °dH

KBE: Kolonienbildende Einheiten (Anzahl Bakterien)
Mittelwerte aus den Untersuchungen der Trinkwasserabgabestelle Lange Erlen des Jahres 2018.
Alle Resultate entsprachen den gesetzlichen Anforderungen

 

Qualitätsanforderungen

Gesetzliche Grundlagen

Die geforderten Qualitätswerte an Trinkwasser sind in der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) festgeschrieben.

Höchstwerte

Seit dem 01.05.2017 gilt in der Schweiz eine neue Lebensmittelgesetzgebung. Die neuen Bestimmungen orientieren sich weitgehend am EU-Recht. Grundlegende Änderungen ergeben sich durch den Wegfall des Toleranz- und Grenzwertkonzeptes. An dessen Stelle tritt das Höchstwertkonzept. Dies bedeutet keine strikte Trennung mehr zwischen Werten, deren Überschreitung eine Gesundheitsgefährdung bewirken und Werten, welche die «gute Herstellungspraxis» konkretisieren. In Sachen Trinkwasser setzt sich IWB für eine «glasklare» Kommunikation ein. Denn Vertrauen zum Wasser bedeutet an erster Stelle eines: Vertrauen in die dahinterstehenden Unternehmen und Behörden.

Zielwert

Der Zielwert funktioniert als Kontrollschwelle. Übersteigt ein Messwert den Zielwert, löst das IWB-intern eine Reihe von Massnahmen aus. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass ein Trinkwasserbrunnen vorsorglich abgeschaltet wird oder zusätzliche Reinigungen veranlasst werden. Übrigens: Der Zielwert liegt mit wenigen Ausnahmen unter den gesetzlichen Höchstwerten – und ersetzt sie gar dort, wo diese fehlen. Somit sind wir noch strenger als die Gesetzgebung. Daran ändert sich auch mit den neuen gesetzlichen Vorgaben nichts.

Fluoridierung des Trinkwassers

Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat im Jahr 2003 entschieden, die Fluoridierung des Trinkwassers als Massnahme zur Karies-Prophylaxe aufzuheben. Seit dem 01.07.2003 wird dem Basler Trinkwasser kein Fluorid mehr zugesetzt. Bevor das Wasser jedoch in das Trinkwassernetz geleitet wird, erfolgt eine Desinfektion mit ultraviolettem Licht.

Aktuell wird die hohe Qualität des Basler Trinkwassers in verschiedenen Medienberichten in Frage gestellt. IWB nimmt dazu wie folgt Stellung:

Was hat sich im Fall der Einleitung des Stoffs Ethyldimethylcarbamat in den Rhein ereignet?

IWB überprüft regelmässig und systematisch die Qualität des Roh- und des Trinkwassers. Im Rahmen dieser Qualitätsüberwachung ist IWB im Sommer 2018 eine unbekannte chemische Substanz in sehr tiefer Konzentration aufgefallen. Diese Substanz trat danach wiederholt und in höherer Konzentration auf. Deswegen hat das IWB Wasserlabor mit aufwändigen und zeitintensiven Verfahren eine genaue Suche eingeleitet, um eine mögliche Beeinträchtigung für das Trinkwasser erkennen zu können.

Es gelang im Oktober 2019, die Substanz als Ethyldimethylcarbamat zu identifizieren. Nach Vorliegen der Ergebnisse hat IWB die Bewertung des Stoffes beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) initiiert. Gestützt auf die Beurteilung des BLV wurden die Aufsichtsbehörden im Kanton Basel-Landschaft informiert.

Die Aufsichtsbehörden konnten feststellen, dass die Substanz aus einem Betrieb der Firma Bayer in Muttenz in den Rhein gelangt. Das Amt für Umwelt und Energie Basel-Landschaft (AUE BL), die Firma Bayer AG und IWB haben vorsorgliche Massnahmen ergriffen, um das Vorkommen von Ethyldimethylcarbamat im Rheinwasser und Trinkwasser zu verringern. (Massnahmen IWB: Rohwasserentnahmen aus der Wiese, Vorzeitiger Wechsel der Aktivkohle).

 

Kann das Trinkwasser bedenkenlos konsumiert werden?

Ja, das Trinkwasser kann weiterhin bedenkenlos konsumiert werden. Das hat auch der Kantonschemiker Basel-Stadt, der für Lebensmittelsicherheit und die Trinkwasserkontrolle zuständig ist, bestätigt. Die Trinkwasser-Höchstwerte werden und wurden auch in der Vergangenheit nicht überschritten.

 

Das gefundenen Ethyldimethylcarbamat gilt als potentiell gentoxisch. Was bedeutet dies für die Trinkwasserqualität?

Der nun gefundene Stoff wurde im Auftrag von IWB durch die Toxikologen des BLV bewertet, da es für Ethyldimethylcarbamat bislang keinen Höchstwert gibt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) hat auf die entsprechende Anfrage von IWB mitgeteilt, dass bei der Substanz strukturelle Hinweise auf Genotoxizität vorliegen. Für potentiell gentoxische (=möglicherweise krebserregende) Substanzen gilt gemäss der Trinkwasser-Verordnung ein vorsorglicher Höchstwert von 100ng/l. Bei Ethyldimethylcarbamat kann davon ausgegangen werden, dass unterhalb einer Konzentration von 100ng/l keine Wirkung auf die Gesundheit besteht.

In allen Gewässern und in jedem Trinkwasser können heute Spuren von chemischen Substanzen nachgewiesen werden. Selbst bei Erreichen dieser Höchstkonzentration im Trinkwasser besteht keine Gefahr für die Trinkwasserkonsumentinnen und -konsumenten. Wird der Höchstwert überschritten, müssen Massnahmen ergriffen werden, um die Konzentration einer Substanz dauerhaft unter dem Höchstwert zu halten. Der Höchstwert von 100ng/l war im vorliegenden Fall nie überschritten.

 

Warum hat IWB das Ethyldimethylcarbamat erst im Sommer 2018 entdeckt?

Die im Sommer des Jahres 2018 gefundenen Hinweise auf eine unbekannte Substanz wurden erst aufgrund der Etablierung eines neuen Analyseverfahrens möglich. Dies gab Anlass, weitere Verfahren zu entwickeln, um die Substanz identifizieren zu können. Mit diesem Verfahren und dem gewonnenen heutigen Wissen lässt sich der Stoff auch in den archivierten Analysedaten vergangener Jahre zurückverfolgen. Dabei zeigt sich, dass die Konzentrationen auch damals tief waren.

 

Was wurde an den Treffen von IWB und der UVEK besprochen, von denen Radio SRF berichtet hat?

IWB hat bei der parlamentarischen Behandlung des Leistungsauftrages 2015-2018 der UVEK unter anderem zur Trinkwasseranalytik Auskunft gegeben. Im Bericht der UVEK zum Leistungsauftrag vom 19.01.2015  kann im Kapitel 2.5.1 nachgelesen werden, was die Haltung der Kommission ist. Darin heisst es: «Die UVEK hält fest, dass die Wasseranalytik der IWB gemäss ihrem Auftrag handelt, die Grenzwerte einzuhalten».

 

Gibt es möglicherweise weitere unbekannte oder bisher unentdeckte Stoffe im Trinkwasser?

Jedes Trinkwasser wie auch andere Lebensmittel unterliegt vielen Umwelteinflüssen und enthält darum im tiefsten Spurenstoffbereich Fremdstoffe. Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. Der Fall zeigt, dass die systematische Kontrolle – wie sie die IWB praktiziert – funktioniert und Auffälligkeiten entdeckt werden.

Fortschritte in der Messtechnik ermöglichen es, immer mehr Fremd- und Inhaltsstoffe im Roh- und im Trinkwasser zu entdecken. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Qualität des Trinkwassers schlechter wird. Im Gegenteil: Mehr Wissen um die Zusammensetzung des Trinkwassers ermöglicht gezielte Massnahmen, den hohen Schutz des Trinkwassers noch weiter zu verbessern.

 

Mit welchen Massnahmen garantiert IWB die Qualität der Trinkwassersressourcen?

IWB legt höchsten Wert auf den Schutz der Trinkwasser-Ressourcen. IWB setzt sich daher dafür ein, dass die Einleitungen in den Rhein minimal sind. Der aktuelle Fall belegt, dass es richtig ist, einen hohen Aufwand für die Trinkwasser-Aufbereitung zu betreiben. So wird die Aktivkohle in den Filtern im Pumpwerk Langen Erlen nun häufiger ausgetauscht, um die Spuren von Ethyldimethlcarbamat noch sicherer zurückzuhalten.

 

Wäre eine Aufbereitung des Trinkwassers wie in Muttenz nicht die bessere Lösung?

Mit der bestehenden mehrstufigen Aufbereitung in den Langen Erlen erreichen wir alle Anforderungen, die ein gutes, gesundes Trinkwasser erreichen muss. Mit Forschungsprojekten untersuchen wir im Rahmen unserer kontinuierlichen Verbesserung, ob sich mit zusätzlichen Verfahren eine signifikante Verbesserung der Trinkwasserqualität erzielen lässt. Wenn dies der Fall ist und der Mehraufwand gerechtfertigt ist, werden wir solche Verfahren auch einsetzen.

Basler Brunnen

Nahaufnahme eines Brunnens

Im Stadtgebiet betreibt IWB über 200 öffentliche Brunnen. Sie sind Kulturgut und «Visitenkarte» der Stadt.

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