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Von dieser Kohle profitiert auch die Umwelt

IWB leistet Pionierarbeit: Ab 2021 produziert eine Anlage Wärme und entzieht der Umwelt CO2. So funktioniert die Technik rund um die «Pflanzenkohle».

 

Text: Paul Drzimalla; Illustration: Patrizia Stalder

 

Der Clou mit der Pflanzenkohle

Schon die Ureinwohner des Amazonas haben erkannt, dass Komposte mit Pflanzenkohle Böden fruchtbarer machen. Das uralte Ver­fahren zur Bodenaufwertung wird jetzt erst wieder­entdeckt. Neben dem ökologischen Mehrwert bietet es näm­lich eine Antwort auf den Klimawandel: Die verwendete Biomasse enthält Kohlenstoff, der durch die Photosynthese als CO2 der Luft entnommen wurde. Bei der Pyrolyse gelangt weniger als die Hälfte des Kohlenstoffs als CO2 zurück in die Luft. Der Rest bleibt als Holzkohlenstoff stabil gebunden – denn anders als Holz zersetzt sich Pflanzenkohle nicht. In Summe ist der Prozess also CO2-negativ. Die IWB-Anlage ist die erste dieser Grösse in der Schweiz. In Zukunft werden solche sogenannte Nega­tiv­emissionen immer wichtiger, um in Ergänzung zur Dekarbonisierung von Energie und Verkehr das Ziel der Nullemissionen zu erreichen.

 

1. Holz

Für die Pflanzenkohleanlage von IWB werden Baum- und Strauchschnitt sowie Holz aus der Landschaftspflege verwendet, die heute vielerorts anfallen.

2. Anlieferung

In speziellen Containern wird das Holz zur Anlage auf dem IWB-Areal in Kleinhüningen geliefert. Der Transportweg beträgt maximal 40 Kilometer.

 

3. Vortrocknung

Das feuchte Holz muss zuerst getrocknet werden. Die Wärme dazu stammt aus dem Reaktor (4). Das Holz kann im Sommer auf Vorrat (3a) getrocknet und gelagert werden.

 

4. Pyrolyse

Über eine Transportschnecke gelangt das Trockengut in die Pflanzenkohleanlage. Im sogenannten Pyrolyseverfahren wird es unter Ausschluss von Sauerstoff zersetzt in nutzbare Wärme (5) und Pflanzenkohle (6).

 

5. Wärmenetz

Die Wärme des Abgases wird dem Wärmespeicher (5a) zugeführt. Dieser verbindet die Anlage mit dem Basler Fernwärmenetz (5) für die Wärmeeinspeisung und ermöglicht einen flexibleren Betrieb.

 

6. Kohleabfüllung

Die Pflanzenkohle wird mit Wasser benetzt, in Säcke abgefüllt und im Lager Kleinhüningen von IWB für den Verkauf (7) vorbereitet. Die Kohle zersetzt sich nicht mehr – das ehemalige CO2 aus der Luft ist nun langfristig gebunden.

 

7. Gärtnereien / Landwirte / Haushalte

Die Pflanzenkohle kann nach Aufladung mit Nährstoffen (z.B. durch Kompostierung, Stalleinstreu oder Fütterung) im Boden eingebracht werden. Dort verbessert sie das ­Haltevermögen für Nährstoffe und Wasser und hilft gegen Bodenversauerung und -verdichtung. Gärtnereien, die Landwirtschaft und auch der Hauskompost können profitieren.


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