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Land Art oder die Kunst, die in der Natur steckt

Manche nennen es «Land Art», andere Kunst im Freien. Viele haben gar keinen Namen dafür, wenn sie draussen aus Steinen, Holz, Lehm und Co. Dinge gestalten.

 

Text: Paul Drzimalla

Spaziergänge im Wald oder am Fluss haben wir alle reichlich gemacht in den letzten Monaten. Und vielleicht haben die einen oder anderen dabei eine Entdeckung gemacht: Diese arrangierten Blätter am Boden, das Geflecht aus Zweigen, der Kieselsteinturm – kann das Zufall sein? Nein, vermutlich hat sie jemand genau so geschaffen. Und damit handelt es sich nicht nur um ein Werk der Natur, sondern auch eines des Menschen. Ein Kunstwerk also. Dagelassen, gratis, um es zu bestaunen.
 

Internationale Idee, lokaler Stoff

Die kleinen – und manchmal auch sehr grossen – Kunstwerke aus Naturmaterialien, die ihre Schöpfer oft irgendwo zurücklassen, tragen verschiedene Namen. «Naturkunst», «organische» oder auch «vergängliche Kunst» werden sie genannt. Wer im Internet und vor allem auf den Bildplattformen sucht, wird jedoch häufig dem Begriff «Land Art» begegnen, oft auch zusammen oder mit Bindestrich geschrieben. Ein Name, der in grosse Fussstapfen tritt und das wortwörtlich. Die Begründer der Land Art haben in den 1960er-Jahren in den USA die Natur als gestaltbare Masse entdeckt und dabei ganze Inseln aufgeschüttet oder Landschaften umgegraben. Die Botschaft war dabei nicht in erster Linie ökologisch, sondern gesellschaftskritisch: Kunst sollte entkommerzialisiert und aus den Galerien und Museen befreit werden.

Die heutigen «Land Artisten» sind eher stiller und suchen durch ihre Kunst meist die besinn­liche Beschäftigung mit der Natur. Wer selbst schon einmal ein Steinmännchen gestapelt hat, weiss um die beruhigende Wirkung. Warum nicht einmal das Weben mit Blättern oder das Flechten mit Zweigen probieren? Die Natur setzt der Kreativität bekanntlich fast keine Grenzen. Wichtig ist nur, dass die Materialien ökologisch unbedenklich sind, was in der Regel «natürlich» gegeben ist. Auch beim Lehm, den gerade Schul- und Vorschulkinder häufig als «Katzenton» verwenden und der wunderbar grössere Objekte fixiert oder verbindet. Das Material bietet übrigens auch einen Anlass für einen Ausflug in die Lehmgruben Frick oder Laufen, die – auf Voranmeldung – Einblicke in die Tonherstellung geben und Zutaten für die Lehmhandwerker verkaufen.
 

Vergänglichkeit als Stärke

Was aber mit den eigenen Werken tun, wenn sie fertig sind? Auch hier gehen es alle etwas anders an, und das ist durchaus in Ordnung. Die einen stellen ihre Objekte stolz zu Hause aus, andere inszenieren und fotografieren sie für die sozialen Medien. Wieder andere überlassen sie einfach sich selbst und damit letztendlich der Natur, der grössten Künstlerin von allen. Denn eine der schönsten Eigenschaften der Kunst mit der Natur ist es, dass sie im besten Sinne nachhaltig ist. Weder braucht sie teure Rohstoffe, noch hinterlässt sie unschönen Abfall. Am Schluss ist alles wieder Natur, nur kurz von Menschenhand geformt.

Alle, die sich inspirieren wollen, können natürlich zunächst Bücher oder das Internet konsultieren. Eine Referenz, auf die sich viele beziehen, die in jüngster Zeit zur Land Art gefunden haben, ist der Dokumentarfilm «Leaning into the Wind», der das Schaffen des in Schottland lebenden Künstlers Andy Goldsworthy ergründet. Wer lieber an der frischen Luft als auf dem Sofa Ideen sucht, findet sie vielleicht im Skulpturenpark des Klosters Schönthal bei Langenbruck. Nicht alle der dort ausgestellten Skulpturen sind Land Art im engeren Sinne, doch alle suchen den Dialog mit der Umgebung. Und zuletzt bleibt noch der Spaziergang, bei dem einem Steine, Blätter und Zweige den Weg zur Kunst weisen. 

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