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Tu nicht? Gut!

Das Nichtstun wird immer wieder beschworen. Mal als süss, mal als gefährlich. Aber wie ist es genau? Respektive: Wann haben Sie zuletzt nichts getan?


Text: Paul Drzimalla; Foto: Istock

Wann kommt der Zug? Reichts noch für einen Kurzeinkauf vor Ladenschluss? Workout über Mittag – ja, aber nur halbe Stunde, habe Meeting. Unser Leben besteht aus Hektik, einer Aneinanderreihung von Terminen, Pflichten und viel Gewusel. Und Weihnachten macht alles gefühlt noch tausendmal schlimmer. Nicht wenige sehnen sich danach, mal wieder einfach gar nichts zu tun. Und dabei sind sie nicht alleine.

Nein, es geht um kein Wellnesswochenende, keinen Netflixabend, sondern um wirkliches Nichtstun. Den bewussten Verzicht auf irgendwelche Handlungen. Die Füsse still halten, wie man landläufig sagt. Und auch die Finger. Denn viele der Dinge, die wir für Nichtstun halten, sind in Wahrheit Handlungen mit Konsequenzen. Man denke an das beiläufige Streamen oder ans Surfen im Internet, das erst in Rechenzentren den Stromverbrauch in die Höhe treibt und dann einen Wochenendtrip mit Flug von Basel nach Barcelona auslöst. Verglichen damit kann Nichtstun wirklich nachhaltig sein.

Nichtstun kann auch viele andere Dinge sein. Eine Provokation, ein Zeichen von Faulheit oder Verweigerung etwa. Man denke an die berühmte Kurzerzählung des Autors von Moby Dick, Herman Melville, in der Sekretär Bartleby seine Arbeit mit den Worten «Ich möchte lieber nicht» niederlegt. Andersrum kann Nichtstun als innere Einkehr oder als Weg zur Ruhe verstanden werden. So oder so: Nichtstun muss man sich häufig erkämpfen, es ist erklärungsbedürftig.

Wer nach einer Erklärung für sein neu entdecktes Nichtstun sucht und mit den verwandten Trends wie Achtsamkeit oder Meditation nichts anfangen kann, verweist am besten auf einen Trend aus den Niederlanden. Dort ist «Niksen» seit ein paar Jahren der Begriff für das bewusste Nichtstun. Also: Ich tue jetzt nichts, weil ich das will; lasse die Dinge um mich herum in Ruhe. Die Anhänger des Niksens behaupten, es fördere die Kreativität und gebe mehr Energie, um die Arbeit nachher umso produktiver aufzunehmen. Ganz ohne Geschäftigkeit gehts anscheinend doch nicht.

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