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Mit klimafreundlicher Energie wachsen

2020 hat IWB eine neue Unternehmensstrategie entwickelt. Sie zeigt, wie die Zukunft von IWB aussehen soll. Auf dem Weg dahin gibt es einige Herausforderungen zu meistern. Die aktuelle Jahresrechnung zeigt: Das Unternehmen ist auf Kurs. Finanziell war 2020 ein stabiles Jahr. Mit dem neuen Geschäftsbereich «Wärme» ist IWB auch organisatorisch für die Umsetzung der Wärmetransformation gerüstet.

Urs Steiner, in welchem Spannungsfeld steht IWB?

Urs Steiner — Die Energiewirtschaft befindet sich seit zwanzig Jahren konstant im Wandel. Wir sehen aktuell, dass die übergeordneten Trends Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung und Deregulierung durch die Politik in konkrete Vorgaben umgesetzt werden. Die Energiestrategie 2050 fordert den Ausbau und die Förderung erneuerbarer Energien sowie die Steigerung der Energieeffi­zienz; das CO2-Gesetz legt Reduktionsziele und die Höhe der CO2-Abgabe fest und im Kanton Basel-Stadt gilt das klimafreundlichste Energiegesetz der Schweiz. Gleichzeitig zeichnen sich die Öffnungen der Strom- und Gasmärkte ab. Auch unter diesen Rahmenbedingungen ist es für IWB unabdingbar, das hohe Niveau der Versorgungssicherheit und der Ertragskraft aufrechtzuerhalten. Auch wenn gleichzeitig der Preisdruck neue Herausforderungen mit sich bringt.

«Der neue Geschäftsbereich Wärme steht vor einer der spannendsten Aufgaben, die die Schweizer Energiebranche aktuell zu bieten hat.»

Dr. Claus Schmidt, CEO

2020 war für IWB ein bewegtes Jahr. Wie ist das Geschäftsergebnis einzuordnen?

 

Claus Schmidt — Finanziell ist IWB gesund, wir haben einmal mehr ein stabiles Ergebnis erzielt. Allerdings hatten wir auch Sondereffekte zu verkraften. Während der Coronapandemie sank der Stromverbrauch. Und die Temperaturen waren 2020 wieder höher als im langjährigen Durchschnitt. Unsere Kundinnen und Kunden haben weniger geheizt, damit ist der Wärmeabsatz ebenfalls gesunken. Zudem beeinflussen ausserordentliche Wertberichtigungen und Sondereffekte die finanziellen Ergebnisse. Positiv ist unser starker operativer Geldfluss von 222 Millionen Franken. Diesen verwendeten wir insbesondere zur Sicherung der zuverlässigen Infrastruktur sowie für Investitionen in die klimafreundliche Energieproduktion. Dass sich dies lohnt, zeigen unsere Zahlen. Wir erreichen in Sachen Versorgungssicherheit und Ökologisierungsgrad regelmässig Spitzenwerte.

 

Mit der Wärmetransformation kommen auf IWB grosse Investitionen zu. Reicht die Ertragskraft des Unternehmens für diese Investitionen aus?

Schmidt — Die finanzielle Aufgabe ist ambitioniert. Der Regierungsrat hat darum mit seinem Ratschlag zur Motion König-Lüdin ein Modell entwickelt, wie der Kanton, IWB sowie die Kundinnen und Kunden die Wärmetransformation gemeinsam tragen können. In den nächsten 15 Jahren sollen rund 460 Millionen Franken in den Ausbau der Wärmenetze fliessen. Davon können rund 250 Millionen Franken über die Fernwärmetarife finanziert werden. Rund 40 Millionen Franken stammen aus Kundenbeiträgen für neue Fernwärme-Hausanschlüsse, wie dies heute bereits gehandhabt wird. Weitere 60 Millionen Franken wird IWB aus den eigenen Mitteln beisteuern. Und schliesslich soll sich der Kanton mit einem bedingt rückzahlbaren Darlehen in Höhe von 110 Millionen Franken beteiligen. IWB ist breit aufgestellt und generiert stabile Erträge, der Kanton unterstützt, wenn es nötig wird. IWB wird das schaffen, auch wenn in den ersten Jahren der Transformation den hohen Investitionen geringere Erträge gegenüberstehen

Steiner — Sicher ist, dass das heute noch starke Gasgeschäft immer weniger Ertrag bringen wird. Das müssen wir auffangen. In der neuen IWB Strategie 2021+ haben wir das berücksichtigt.

« Damit uns die Wärmetransformation gelingt, haben wir unsere Kompetenzen im neu geschaffenen Geschäftsbereich ‹Wärme› zusammengeführt.»

Urs Steiner, Verwaltungsratspräsident

 

Was sind die wesentlichen Elemente dieser IWB Strategie 2021+?

Schmidt — Wir sind sehr zufrieden, dass IWB erfolgreich wirtschaftet – und das bei angemessenen Tarifen für Energie und Wasser. IWB wird sich aber auf dem guten Ergebnis nicht ausruhen. Für die anstehende Wärmetransformation muss IWB viel investieren. Gleichzeitig ist IWB dafür verantwortlich, den hohen Standard auch in den übrigen Netzen – Strom-, Trinkwasser- und Glasfasernetz – zu halten. Der finanzielle Erfolg von heute ist lediglich die notwendige Basis für eine solide Zukunft. IWB wird weiter kostenbewusst und haushälterisch mit ihren finanziellen Mitteln umgehen. Vor diesem Hintergrund hat unsere neue Strategie drei zentrale Stossrichtungen: Unser Kerngeschäft ist die Infrastruktur. In der Region Basel sind wir verwurzelt, hier sichern wir unseren Kundinnen und Kunden die zuverlässige Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser Telekom und Mobilität. Gemäss den politischen Vorgaben und aus eigener Überzeugung setzen wir die Transformation von fossiler zu erneuerbarer Energieversorgung um. Und wir bringen Lösungen für eine klimafreundliche Mobilität. Für unsere Kundinnen und Kunden in der Nordwestschweiz sind wir ein verlässlicher Partner und wir unterstützen sie bei der Umstellung auf erneuerbare Wärmelösungen. Wir sehen das Potenzial, mit erneuerbaren Energien zu wachsen, und das nicht nur in der Region. In Zukunft werden wir auch ausserhalb der Nordwestschweiz mit umfassenden, integrierten Kundenlösungen aktiv werden.

 

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Schmidt —Wir sind am innovativen Grossprojekt «AlpinSolar» beteiligt. Zusammen mit dem Energieunternehmen Axpo werden wir bald die grösste alpine Solaranlage der Schweiz realisieren. Noch im kommenden Sommer installiert unsere Tochterfirma Planeco an der Muttsee-Staumauer im Kanton Glarus eine riesige Solaranlage mit einer Leistung von 2.2 Megawatt. Der Discounter Denner wird den alpinen Solarstrom beziehen. Das Projekt ist eine Investition in die Zukunft und bekräftigt unser Engagement im Bereich Photovoltaik.

 

Ergebnis der Strategie 2021+ war auch eine Reorganisation. Was steckt dahinter?

Steiner — Damit uns die Wärmetransformation gelingt, haben wir unsere Kompetenzen im neu geschaffenen Geschäftsbereich «Wärme» zusammengeführt. In diesem Bereich fassen wir alle Arbeiten zusammen, die für die Generationenaufgabe der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung notwendig sind. Strategische und operative Planung, Projektumsetzung, Asset Management, Kundenbetreuung: Alle Leistungen kommen aus einer Hand. Damit sichern wir nicht nur den Umbau unserer Netze, sondern bieten unseren Kundinnen und Kunden einen hervorragenden Service.

«Wir sehen das Potenzial, mit erneuerbaren Energien zu wachsen, und das nicht nur in der Region Basel. »

Dr. Claus Schmidt CEO

Schmidt — Dieser Geschäftsbereich steht vor einer der spannendsten Aufgaben, die die Schweizer Energiebranche aktuell zu bieten hat. Umso wichtiger ist, dass unsere Mitarbeitenden die Veränderungen mittragen. Die Reorganisation eines Unternehmens in Pandemiezeiten war keine leichte Aufgabe, und sie ging über den Wärmebereich hinaus. Wir haben Kompetenzen gebündelt, um agiler und innovativer zu sein. Wir richten den Blick auch auf die anstehenden Marktöffnungen. Alle unsere Mitarbeitenden meistern persönliche, organisatorische und technische Herausforderungen. Sie halten IWB nicht nur am Laufen, sondern machen mit Volldampf weiter. Für das ausserordentliche Engagement gebührt ihnen grossen Dank. In diesem Jahr haben wir den vielbeschworenen Wandel wirklich gelebt. Auf allen Ebenen, draussen auf den Baustellen und drinnen im Homeoffice, haben alle super zusammengearbeitet.

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Video-Statement von CEO Dr. Claus Schmidt

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