Kontakt

Hauptsitz IWB
Margarethenstrasse 40, 4002 Basel
Tel.: +41 61 275 51 11
E-Mail: info@iwb.ch

 

IWB CityCenter
Steinenvorstadt 14, 4051 Basel
Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag von 10:00 bis 15:00 Uhr

Versorgungssicherheit Energie

Durch den russischen Angriff auf die Ukraine herrscht an den Energiemärkten eine sehr schwierige Situation. Kurzfristig ist die Gas- und Stromversorgung der Schweiz nicht eingeschränkt. Auf verschiedenen Ebenen laufen aktuell Bemühungen, die Versorgungssicherheit auch mittel- und langfristig sicherzustellen, auch ohne russisches Gas.

Ein Weg zur Unabhängigkeit von russischem Gas ist der gänzliche Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien. IWB hat die Dekarbonisierung der Energieversorgung in ihrer Strategie festgeschrieben. In den nächsten Jahren werden wir in der Wärmeversorgung die Ablösung von Erdgas als Energieträger vorantreiben – insbesondere durch den Ausbau von Fernwärme. Die aktuellen Entwicklungen bestärken uns auf diesem Weg. Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden auch bei individuellen Wärmelösungen, die auf erneuerbaren Energien basieren.

Versorgungssicherheit Gas

FAQ für Unternehmen (B2B)

Wie steht es um die aktuelle Versorgungssicherheit Gas in der Schweiz?

Die Versorgungssicherheit der Schweiz ist derzeit gegeben. Alle inländischen Pipelinekapazitäten stehen uneingeschränkt zur Verfügung. Aufgrund der reduzierten Gaslieferungen aus Russland ist es allerdings unwahrscheinlich, dass die europäischen Speicher im Dezember 2022 wie geplant zu 90% befüllt sind. Sollte die Befüllung während des Sommers 2022 nicht gelingen, droht eine Verschlechterung der Versorgungssituation für den Winter 2022/2023, da die Schweiz über keine eigenen Gasspeicher verfügt und dementsprechend abhängig von ausländischen Gaslieferungen ist.

Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, sicherzustellen, dass die Schweizer Gasbranche schnell ausreichend Gas, Gasspeicherkapazitäten und Flüssigerdgas-Terminalkapazitäten beschaffen kann. Der Vorlieferant von IWB ist hierbei aktiv eingebunden. Eine Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit prüft zusätzlich die Auswirkungen auf die Versorgung laufend.

Im Faktenblatt “Energie-Versorgungssicherheit” des Bundes erfahren Sie mehr über die aktuelle Lage der Versorgungssicherheit Schweiz.

Welche Vorkehrungen werden zur Sicherung der Versorgungslage im kommenden Winter getroffen?

Anfang März entschied der Bundesrat aufgrund des Krieges in der Ukraine, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass die Schweizer Gaswirtschaft möglichst rasch Gas, Gasspeicherkapazitäten, Flüssiggas (LNG) und LNG-Terminalkapazitäten gemeinsam beschaffen kann. Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG bildete im Anschluss eine Taskforce mit Vertretern der Gaswirtschaft sowie der Bundesbehörden und bereitete ein Konzept vor, wie eine Gasreserve eingerichtet werden kann.

Der Bundesrat hat nun die dafür notwendige Verordnung über die Sicherstellung der Lieferbereitschaft von Betrieben zur Erdgasversorgung verabschiedet.

Die regionalen Gasnetzbetreiber werden verpflichtet, die Versorgung im kommenden Winter bestmöglich sicherzustellen. So müssen 15 Prozent (rund 6 TWh) des inländischen Jahresverbrauchs (35 TWh) in Speicheranlagen in den Nachbarländern gelagert werden und spätestens ab 1. November 2022 verfügbar sein. Im Weiteren müssen 20 Prozent (6 TWh) des Schweizer Winterverbrauchs in Frankreich, Deutschland, Italien und in den Niederlanden in Form von Optionen für zusätzliche Gaslieferungen zur Verfügung stehen und kurzfristig abgerufen werden können.

Welche Massnahmen zur Versorgungssicherheit wurden in Europa bereits ergriffen?

Auf europäischer Ebene laufen aktuell intensive Bemühungen um die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und die Beschaffung breiter abzustützen. Dabei spielt Flüssigerdgas (LNG, Liquified Natural Gas) eine wichtige Rolle, da auf diese Weise Gas aus unterschiedlichsten Weltregionen beschafft werden kann. Die EU verfügt über knapp 40 LNG-Terminals. Laut EU-Kommission gibt es mehrere Länder, die in der Lage wären, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen. Als Beispiel werden die USA, Katar, Aserbaidschan, Ägypten, Nigeria und Norwegen genannt. Die Schweiz hat zusammen mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Österreich zudem eine Erklärung mit der Absicht unterzeichnet, um in der Erdgasspeicherung stärker zusammenzuarbeiten.

Mit Blick auf die europaweite Versorgungssicherheit für den kommenden Winter bleibt Gas zur Stromerzeugung von Bedeutung. Aktuell sind die Gasflüsse via Pipeline stabil und die LNG-Importe (Flüssiggas) über dem Vorjahresniveau. Dennoch könnten bei einem allfälligen Gaslieferstopp Russlands grosse europäische Stromunternehmen in Liquiditätsprobleme geraten. Eine Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit prüft die Auswirkungen auf die Versorgung laufend.

Ende Juni 2022 hat der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Notfallstufe im Notfallplan Gas in Deutschland ausgerufen. Ende Juni 2022 haben die drei grossen französischen Energiekonzerne Totalenergies, EDF und Engie an Bürger und Unternehmen appelliert, den Verbrauch von Öl, Strom und Gas sofort einzuschränken.

Was passiert im Falle einer Gasmangellage?

Falls in der Schweiz eine Mangellage eintritt, die von der Gasbranche nicht mehr mit marktwirtschaftlichen Lösungen behoben werden kann, trifft die wirtschaftliche Landesversorgung die notwendigen Bewirtschaftungsmassnahmen. Auf einer ersten Stufe kann der Bund beschliessen, dass Verbraucher mit Zweistoff-Anlagen auf Heizöl umstellen. In einem weiteren Schritt erfolgen Sparappelle an Gaskonsumenten. Schliesslich kann der Bund in einem Notfall auch anordnen, Erdgas-Grossverbraucher mit Einstoff-Anlagen zu kontingentieren oder dass diese ihre Anlagen abschalten. Die wirtschaftliche Landesversorgung ist daran, das Bewirtschaftungskonzept für den Fall einer Kontingentierung zu aktualisieren. Dies geschieht eng abgestimmt mit allen Akteuren, insbesondere auch mit Vertretern von Industrieverbrauchern.

Im Faktenblatt “Gas-Mangellage” des Bundes erfahren Sie mehr über die möglichen Szenarien im Falle einer Gasmangellage.

Welche Priorität haben Produktionsbetriebe/Industrieabnehmer?

Die Gasversorgung ist in der Schweiz grundsätzlich Sache der Wirtschaft. Ist die Wirtschaft nicht mehr in der Lage, der Mangellage mit eigenen Mitteln zu begegnen, greift der Bund lenkend ein. Für die Vorbereitung und Durchführung von Bewirtschaftungsmassnahmen bei einer Gasmangellage ist die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) zuständig.

Massnahmen der WL bei Gasmangellagen

In einer Gasmangellage gibt es Gas, aber zu wenig. Deshalb würde der Bund die Konsumentinnen und Konsumenten in einem ersten Schritt mittels Sparappellen aufrufen, den Gasverbrauch freiwillig zu reduzieren. Gleichzeitig kann der Bund den Firmen mit Zweistoffanlagen die Umstellung von Gas auf Heizöl vorschreiben.

Wenn dann immer noch zu wenig Gas verfügbar ist, kann der Bund das Gas für grosse Verbraucher ohne Zweistoffanlagen kontingentieren. Notfalls kann er sogar deren Stilllegung anordnen. Erst in einer dritten Stufe wären auch die privaten Haushalte betroffen und müssten ihren Gasverbrauch reduzieren. Das würde heissen, dass die Heizungen und damit oft auch warmes Wasser nicht mehr rund um die Uhr verfügbar wären.

Unternehmen, die über eine Zweistoffanlage verfügen, können sich auf eine Mangellage vorbereiten, indem sie vorhandene Öltanks befüllen. Sobald vom Bund gefordert, können sie dann von Gas auf Öl umstellen. Es ist lohnenswert, sich ein Bild über die Verbraucher im Unternehmen zu machen, damit bei einer allfälligen Kontingentierung diejenigen abgestellt werden können, welche nicht unbedingt betriebsrelevant sind.

Quelle: BWL

Gibt es Eskalationsstufen?

Eskalationsstufen sind in der EU vorgesehen. Basis ist die Verordnung über die Massnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung

Der Notfallplan Gas kennt drei Eskalationsstufen – die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe. Die Frühwarnstufe ist dann auszurufen, wenn es konkrete, ernst zu nehmende und zuverlässige Hinweise darauf gibt, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage sowie wahrscheinlich zur Auslösung der Alarm- bzw. der Notfallstufe führt.

Ende Juni 2022 hat der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Notfallstufe im Notfallplan Gas in Deutschland ausgerufen. Dies bedeutet, dass aktuell eine Störung der Gasversorgung oder eine aussergewöhnlich hohe Gasnachfrage vorliegt, was zu einer spürbaren Verschlechterung der Gasversorgung in Deutschland führen kann.

In der Schweiz gibt es bisher keine entsprechenden Eskalationsstufen.

Kann IWB Ihre Gas- und Fernwärmelieferungen weiterhin garantieren?

Die gegenwärtige Situation an den europäischen Energiemärkten stellen auch für IWB bisher in diesem Masse nicht gekannte und unerwartete Herausforderungen dar. Auch in einer ganz normalen Marktsituation können Energielieferanten keine Liefergarantien abgeben – das Risiko von Störungen oder technischen Defekten verhindert dies. 

Das Bundesamt für die wirtschaftliche Landesversorgung ist daran, das Bewirtschaftungskonzept für den Fall einer Kontingentierung der Gasversorgung zu aktualisieren. Dies geschieht eng abgestimmt mit allen Akteuren, insbesondere auch mit Vertretern von Industrieverbrauchern.

Welche Massnahmen ergreift IWB um mögliche Lieferengpässe zu vermeiden?

Die überregionalen Beschaffungsorganisationen, über die IWB Gas bezieht, haben folgende Massnahmen getroffen:

  • Sichern von Speichermöglichkeiten und deren Auffüllen auf 15 Prozent des Schweizer Jahresverbrauchs

  • Absichern der gleichen Menge über Optionen

Darüber hinaus hat die Geschäftsleitung von IWB weitere Massnahmen zur Mitigierung der grössten Risiken definiert und überwacht deren Umsetzung. Konkret sind dies:

  • Ein verlängerter Planungshorizont im Einkauf und der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen

  • Definition und Aktualisierung des Vorgehens im Fall einer Strom- und Gasmangellage

  • Aktive und regelmässige Information der Kundinnen und Kunden über die aktuelle Situation

  • Vorsorgliche Beschaffung von Ölreserven für die Fernwärmeversorgung

Wie setzt sich die Gasmenge der IWB zusammen und wie erkenne ich den Biogas-Anteil?

IWB bezieht Gas hauptsächlich über einen Vorlieferanten (Gasverbund Mittelland AG). Dieser bezieht das Erdgas über Grosshandelsverträge. Diese definieren in der Regel keine Herkunft des Gases. Laut dem Schweizerischen Gasverband betrug der Anteil von russischem Erdgas von Lieferungen in die EU und damit auch in die Schweiz im Jahr 2021 43%. Der zweitgrösste Lieferant ist Norwegen mit 22 %. Weitere EU-Staaten lieferten 19 %. Für das Jahr 2022 liegen aktuell noch keine Zahlen zur Herkunft der Gaslieferungen vor. Es zeigt sich jedoch, dass die physikalischen Lieferungen aus Russland nach Europa stark gedrosselt sind.

Quelle: Verband der Schweizerischen Gasindustrie

Verwende ich russisches Gas, wenn ich 100% Biogas habe?

Unser Produkt IWB Biogas Plus ist ein Ergänzungsprodukt zum Erdgas. Der ökologische Mehrwert wird mit Herkunftsnachweisen generiert, eine physische Lieferung findet nicht statt. Der Aufpreis für den ökologischen Mehrwert fliesst zu den Produzenten von Biogas, dafür erhalten Bezüger auf Wunsch ein entsprechendes Zertifikat. Ausserdem bekommen sie für den Biogasbezug eine Gutschrift über die CO2-Abgabe. So tragen sie aktiv zur Förderung von klimafreundlicher Energie bei und verbessern Ihren persönlichen CO2-Fussabdruck.

Warum steht auf meiner Rechnung Erdgas obwohl ich Biogas beziehe?

Die Preise von IWB Biogas Plus verstehen sich als Aufpreis auf den jeweiligen Tarif von IWB Erdgas.

Die Preise und Kosten für das physisch gelieferte Gas und für den ökologischen Mehrwert werden getrennt ausgewiesen.

Wie entwickeln sich die Gastarife?

IWB strebt für ihre Kundinnen und Kunden stets eine gewisse Preisstabilität an. Kurzfristige Preis-Anpassungen – innerhalb weniger Tage oder Wochen – sind weder das Ziel noch sind sie notwendig. Eine seriöse Quantifizierung ist aufgrund der Volatilität derzeit aber kaum möglich. Wir analysieren die Marktsituation laufend. Falls erforderlich, werden wir der Regierung eine Tarifanpassung zur Genehmigung vorlegen.

Hier geht es zu den aktuellen Gastarifen.

Mit allgemeiner Sicht auf den gesamten Gasmarkt erwartet IWB weiterhin ein hohe und volatile Preise an den europäischen Beschaffungsmärkten, die sich Preisentwicklung in der Schweiz auswirken werden. Auch Schweizer Konsumenten sollten mit steigenden Preisen rechnen.

Wie kann Erdgas kurzfristig ersetzt werden?

Ein sehr kurzfristiger Ersatz von Erdgas ist für die Kunden möglich, die mit sogenannten Zweistoffanlagen ausgerüstet sind und Heizöl als Brennstoff nutzen können. Diese Kunden können entsprechend rasch umstellen, insbesondere, wenn sie Heizölvorräte halten. Damit soll erreicht werden, dass die Versorgung von Kunden mit nicht umschaltbaren Anlagen auch bei Mangellagen aufrechterhalten werden kann.

Welche Alternativen zu Gas gibt es?

Es gibt viele Alternativen, falls Sie komplett auf Gas verzichten wollen. IWB hilft Ihnen, die passende Lösung zu finden:

Für Geschäftskunden empfiehlt sich eine Umstellung auf eine erneuerbare Lösung. IWB begleitet die Kunden hier sehr eng und bietet ein umfassendes Lösungsangebot.

FAQ für Privatpersonen (B2C)

Wie steht es um die aktuelle Versorgungssicherheit Gas in der Schweiz?

Die Versorgungssicherheit der Schweiz ist derzeit gegeben. Alle inländischen Pipelinekapazitäten stehen uneingeschränkt zur Verfügung. Aufgrund der reduzierten Gaslieferungen aus Russland ist es allerdings unwahrscheinlich, dass die europäischen Speicher im Dezember 2022 wie geplant zu 90% befüllt sind. Sollte die Befüllung während des Sommers 2022 nicht gelingen, droht eine Verschlechterung der Versorgungssituation für den Winter 2022/2023, da die Schweiz über keine eigenen Gasspeicher verfügt und dementsprechend abhängig von ausländischen Gaslieferungen ist.

Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, sicherzustellen, dass die Schweizer Gasbranche schnell ausreichend Gas, Gasspeicherkapazitäten und Flüssigerdgas-Terminalkapazitäten beschaffen kann. Der Vorlieferant von IWB ist hierbei aktiv eingebunden. Eine Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit prüft zusätzlich die Auswirkungen auf die Versorgung laufend.

Im Faktenblatt “Energie-Versorgungssicherheit” des Bundes erfahren Sie mehr über die aktuelle Lage der Versorgungssicherheit Schweiz.

Welche Vorkehrungen werden zur Sicherung der Versorgungslage im kommenden Winter getroffen?

Anfang März entschied der Bundesrat aufgrund des Krieges in der Ukraine, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass die Schweizer Gaswirtschaft möglichst rasch Gas, Gasspeicherkapazitäten, Flüssiggas (LNG) und LNG-Terminalkapazitäten gemeinsam beschaffen kann. Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG bildete im Anschluss eine Taskforce mit Vertretern der Gaswirtschaft sowie der Bundesbehörden und bereitete ein Konzept vor, wie eine Gasreserve eingerichtet werden kann.

Der Bundesrat hat nun die dafür notwendige Verordnung über die Sicherstellung der Lieferbereitschaft von Betrieben zur Erdgasversorgung verabschiedet.

Die regionalen Gasnetzbetreiber werden verpflichtet, die Versorgung im kommenden Winter bestmöglich sicherzustellen. So müssen 15 Prozent (rund 6 TWh) des inländischen Jahresverbrauchs (35 TWh) in Speicheranlagen in den Nachbarländern gelagert werden und spätestens ab 1. November 2022 verfügbar sein. Im Weiteren müssen 20 Prozent (6 TWh) des Schweizer Winterverbrauchs in Frankreich, Deutschland, Italien und in den Niederlanden in Form von Optionen für zusätzliche Gaslieferungen zur Verfügung stehen und kurzfristig abgerufen werden können.

Welche Massnahmen zur Versorgungssicherheit wurden in Europa bereits ergriffen?

Auf europäischer Ebene laufen aktuell intensive Bemühungen die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und die Beschaffung breiter abzustützen. Dabei spielt Flüssigerdgas (LNG, Liquified Natural Gas) eine wichtige Rolle, da auf diese Weise Gas aus unterschiedlichsten Weltregionen beschafft werden kann. Die EU verfügt über knapp 40 LNG-Terminals. Laut EU-Kommission gibt es mehrere Länder, die in der Lage wären, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen. Als Beispiel werden die USA, Katar, Aserbaidschan, Ägypten, Nigeria und Norwegen genannt. Die Schweiz hat zusammen mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Österreich zudem eine Erklärung mit der Absicht unterzeichnet, um in der Erdgasspeicherung stärker zusammenzuarbeiten.

Mit Blick auf die europaweite Versorgungssicherheit für den kommenden Winter bleibt Gas zur Stromerzeugung von Bedeutung. Aktuell sind die Gasflüsse via Pipeline stabil und die LNG-Importe (Flüssiggas) über dem Vorjahresniveau. Dennoch könnten bei einem allfälligen Gaslieferstopp Russlands grosse Stromunternehmen in Liquiditätsprobleme geraten. Eine Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit prüft die Auswirkungen auf die Versorgung laufend.

Ende Juni 2022 hat der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Notfallstufe im Notfallplan Gas in Deutschland ausgerufen. Ende Juni 2022 haben die drei grossen französischen Energiekonzerne Totalenergies, EDF und Engie an Bürger und Unternehmen appelliert, den Verbrauch von Öl, Strom und Gas sofort einzuschränken.

Was passiert im Falle einer Gasmangellage?

Falls in der Schweiz eine Mangellage eintritt, die von der Gasbranche nicht mehr mit marktwirtschaftlichen Lösungen behoben werden kann, trifft die wirtschaftliche Landesversorgung die notwendigen Bewirtschaftungsmassnahmen. Auf einer ersten Stufe kann der Bund beschliessen, dass Verbraucher mit Zweistoff-Anlagen auf Heizöl umstellen. In einem weiteren Schritt erfolgen Sparappelle an Gaskonsumenten. Schliesslich kann der Bund in einem Notfall auch anordnen, Erdgas-Grossverbraucher mit Einstoff-Anlagen zu kontingentieren oder dass diese ihre Anlagen abschalten. Die wirtschaftliche Landesversorgung ist daran, das Bewirtschaftungskonzept für den Fall einer Kontingentierung zu aktualisieren. Dies geschieht eng abgestimmt mit allen Akteuren, insbesondere auch mit Vertretern von Industrieverbrauchern.

Im Faktenblatt “Gas-Mangellage” des Bundes erfahren Sie mehr über die möglichen Szenarien im Falle einer Gasmangellage.

Gibt es Eskalationsstufen?

Eskalationsstufen sind in der EU vorgesehen. Basis ist die Verordnung über die Massnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung

Der Notfallplan Gas kennt drei Eskalationsstufen – die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe. Die Frühwarnstufe ist dann auszurufen, wenn es konkrete, ernst zu nehmende und zuverlässige Hinweise darauf gibt, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage sowie wahrscheinlich zur Auslösung der Alarm- bzw. der Notfallstufe führt.

Ende Juni 2022 hat der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Notfallstufe im Notfallplan Gas in Deutschland ausgerufen. Dies bedeutet, dass aktuell eine Störung der Gasversorgung oder eine aussergewöhnlich hohe Gasnachfrage vorliegt, was zu einer spürbaren Verschlechterung der Gasversorgung in Deutschland führen kann.

In der Schweiz gibt es bisher keine entsprechenden Eskalationsstufen.

Kann IWB Ihre Gas- und Fernwärmelieferungen weiterhin garantieren?

Die gegenwärtige Situation an den europäischen Energiemärkten stellen auch für IWB bisher in diesem Masse nicht gekannte und unerwartete Herausforderungen dar. Auch in einer ganz normalen Marktsituation können Energielieferanten keine Liefergarantien abgeben – das Risiko von Störungen oder technischen Defekten verhindert dies. 

Das Bundesamt für die wirtschaftliche Landesversorgung ist daran, das Bewirtschaftungskonzept für den Fall einer Kontingentierung der Gasversorgung zu aktualisieren. Dies geschieht eng abgestimmt mit allen Akteuren, insbesondere auch mit Vertretern von Industrieverbrauchern.

Derzeit ist nach unseren Informationen vorgesehen, dass Raumheizungen zusammen mit Notfallorganisationen als letzte von einer Kontingentierung betroffen wären.

Welche Massnahmen ergreift IWB um mögliche Lieferengpässe zu vermeiden?

Die überregionalen Beschaffungsorganisationen, über die IWB Gas bezieht, haben folgende Massnahmen getroffen:

  • Sichern von Speichermöglichkeiten und deren Auffüllen auf 15 Prozent des Schweizer Jahresverbrauchs

  • Absichern der gleichen Menge über Optionen

Darüber hinaus hat die Geschäftsleitung von IWB weitere Massnahmen zur Mitigierung der grössten Risiken definiert und überwacht deren Umsetzung. Konkret sind dies:

  • Ein verlängerter Planungshorizont im Einkauf und der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen

  • Definition und Aktualisierung des Vorgehens im Fall einer Strom- und Gasmangellage

  • Aktive und regelmässige Information der Kundinnen und Kunden über die aktuelle Situation

  • Vorsorgliche Beschaffung von Ölreserven für die Fernwärmeversorgung

Wie setzt sich die Gasmenge der IWB zusammen und wie erkenne ich den Biogas-Anteil?

IWB bezieht Gas hauptsächlich über einen Vorlieferanten (Gasverbund Mittelland AG). Dieser bezieht das Erdgas über Grosshandelsverträge. Diese definieren in der Regel keine Herkunft des Gases. Laut dem Schweizerischen Gasverband betrug der Anteil von russischem Erdgas von Lieferungen in die EU und damit auch in die Schweiz im Jahr 2021 43%. Der zweitgrösste Lieferant ist Norwegen mit 22 %. Weitere EU-Staaten lieferten 19 %. Für das Jahr 2022 liegen aktuell noch keine Zahlen zur Herkunft der Gaslieferungen vor. Es zeigt sich jedoch, dass die physikalischen Lieferungen aus Russland nach Europa stark gedrosselt sind.

Quelle: Verband der Schweizerischen Gasindustrie

Verwende ich russisches Gas, wenn ich 100% Biogas habe?

Unser Produkt IWB Biogas Plus ist ein Ergänzungsprodukt zum Erdgas. Der ökologische Mehrwert wird mit Herkunftsnachweisen generiert, eine physische Lieferung findet nicht statt. Der Aufpreis für den ökologischen Mehrwert fliesst zu den Produzenten von Biogas, dafür erhalten Bezüger auf Wunsch ein entsprechendes Zertifikat. Ausserdem bekommen sie für den Biogasbezug eine Gutschrift über die CO2-Abgabe. So tragen sie aktiv zur Förderung von klimafreundlicher Energie bei und verbessern Ihren persönlichen CO2-Fussabdruck.

Warum steht auf meiner Rechnung Erdgas obwohl ich Biogas beziehe?

Die Preise von IWB Biogas Plus verstehen sich als Aufpreis auf den jeweiligen Tarif von IWB Erdgas.

Die Preise und Kosten für das physisch gelieferte Gas und für den ökologischen Mehrwert werden getrennt ausgewiesen.

Wie entwickeln sich die Gastarife?

IWB strebt für ihre Kundinnen und Kunden stets eine gewisse Preisstabilität an. Kurzfristige Preis-Anpassungen – innerhalb weniger Tage oder Wochen – sind weder das Ziel noch sind sie notwendig. Eine seriöse Quantifizierung ist aufgrund der Volatilität derzeit aber kaum möglich. Wir analysieren die Marktsituation laufend. Falls erforderlich, werden wir der Regierung eine Tarifanpassung zur Genehmigung vorlegen.

Hier geht es zu den aktuellen Gastarifen.

Mit allgemeiner Sicht auf den gesamten Gasmarkt erwartet IWB weiterhin ein hohe und volatile Preise an den europäischen Beschaffungsmärkten, die sich Preisentwicklung in der Schweiz auswirken werden. Auch Schweizer Konsumenten sollten mit steigenden Preisen rechnen.

Welche Alternativen zu Gas gibt es?

Für private Eigentümer empfiehlt sich eine Umstellung auf eine erneuerbare Heiz-Lösung wie beispielsweise Wärmepumpen, Holz-Pellets oder Fernwärme. IWB begleitet und berät die Kunden auch hier sehr eng.

Wenn Sie Ihre Heizung in nächster Zeit nicht ersetzen wollen, gibt es auch die Möglichkeit den Anteil an Biogas zu erhöhen:

 

Mieter, welche keinen direkten Einfluss auf die jeweilige Heizungsanlage in ihrer Wohnung haben, können entweder:

  • direkt auf ihren Vermieter zugehen und hier ihr Bedürfnisse nach einer erneuerbaren Heizung platzieren (Umsetzung liegt dann beim Vermieter)

  • können ihren Wärmebezug mit Biogas erweitern

Versorgungssicherheit Strom

FAQ für Unternehmen (B2B)

Wie steht es um die aktuelle Versorgungssicherheit Strom in der Schweiz?

Die Versorgungsicherheit mit Strom in der Schweiz ist derzeit gegeben. In Hinblick auf die Versorgungssicherheit im Winter 2022 ist die Verfügbarkeit von Gas zur Stromerzeugung wichtig. In den kommenden Monaten ist aufgrund des Krieges in der Ukraine, der Trockenheit in Mitteleuropa sowie der reduzierten Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke mit einer Anspannung der Strommärkte sowie voraussichtlich mit hohen Preisen zu rechnen. Eine Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit prüft zusätzlich die Auswirkungen auf die Versorgung laufend.

Im Faktenblatt “Mangellage im Strombereich” des Bundes erfahren Sie mehr über die möglichen Szenarien im Falle einer Strommangellage.

Was passiert im Falle einer Strommangellage?

Im Falle einer Strommangellage besteht für den kommenden Winter 2022/2023 ein Drei-Schritte-Notfallplan des Bundes. Auf erster Stufe würde der Bundesrat Sparappelle an die Bevölkerung richten. In diesem Rahmen könnte der Bundesrat Anwendungen wie Jaccuzis, Hallenbäder, Skilifte und Leuchtreklamen verbieten. Reicht dies nicht aus, müssten auf zweiter Stufe Grossverbraucher ihren Konsum auf 80% reduzieren. Auf dritter und letzter Stufe würde der Bundesrat die periodische Abschaltung der Netze anordnen.

Im Faktenblatt “Strom-Mangellage” des Bundes erfahren Sie mehr über die möglichen Szenarien im Falle einer Strommangellage.

Wie können Unternehmen den steigenden Strompreisen entgegenwirken?

Aktuell herrscht ein hohes und volatiles Preisniveau auf dem Markt. Mit dem IWB Strom Flow wirken Sie diesem Trend ein wenig entgegen. Sie wählen Ihren gewünschten Zeitraum für die Energiebeschaffung und wir garantieren Ihnen den Durchschnittspreis dieser Periode. Damit sichern Sie sich gegen starke Preisanstiege ab, profitieren jedoch auch nicht von stark fallenden Preisen. Sie erhalten eine gewisse Absicherung des Preisrisikos.

Eine weitere Möglichkeit zur Stromkostensenkung für Unternehmen besteht in der Nutzung von Solarenergie. Selbst produzierter Strom ist günstiger als der aus dem Netz. IWB greift hier auf langjährige Kompetenz zurück und begleitet Sie von der ersten Idee bis zum fertigen Solarkraftwerk.

Mit der IWB Energieberatung zeigen wir Ihnen zudem Energiesparpotenziale in Ihrem Unternehmen auf. Unsere Expertinnen und Experten entwickeln zusammen mit Ihnen Vorgehensweisen, wie Sie Energie am effizientesten einsetzen und Ihre Betriebskosten langfristig optimieren können.

FAQ für Privatpersonen (B2C)

Wie steht es um die aktuelle Versorgungssicherheit Strom in der Schweiz?

Die Versorgungsicherheit mit Strom in der Schweiz ist derzeit gegeben. In Hinblick auf die Versorgungssicherheit im Winter 2022 ist die Verfügbarkeit von Gas zur Stromerzeugung wichtig. In den kommenden Monaten ist aufgrund des Krieges in der Ukraine, der Trockenheit in Mitteleuropa sowie der reduzierten Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke mit einer Anspannung der Strommärkte sowie voraussichtlich mit hohen Preisen zu rechnen. Eine Arbeitsgruppe zur Versorgungssicherheit prüft zusätzlich die Auswirkungen auf die Versorgung laufend.

Im Faktenblatt “Mangellage im Strombereich” des Bundes erfahren Sie mehr über die möglichen Szenarien im Falle einer Strommangellage.

Was passiert im Falle einer Strommangellage?

Im Falle einer Strommangellage besteht für den kommenden Winter 2022/2023 ein Drei-Schritte-Notfallplan des Bundes. Auf erster Stufe würde der Bundesrat Sparappelle an die Bevölkerung richten. In diesem Rahmen könnte der Bundesrat Anwendungen wie Jaccuzis, Hallenbäder, Skilifte und Leuchtreklamen verbieten. Reicht dies nicht aus, müssten auf zweiter Stufe Grossverbraucher ihren Konsum auf 80% reduzieren. Auf dritter und letzter Stufe würde der Bundesrat die periodische Abschaltung der Netze anordnen.

Im Faktenblatt “Strom-Mangellage” des Bundes erfahren Sie mehr über die möglichen Szenarien im Falle einer Strommangellage.

Wie können Privatpersonen den steigenden Strompreisen entgegenwirken?

Solarenergie ist eine nachhaltige Methode, wie Sie Ihre Stromkosten durch Eigenproduktion- und -Nutzung senken können. Strom vom eigenen Dach ist günstiger als der aus dem Netz. IWB greift hier auf langjährige Kompetenz zurück und begleitet Sie von der ersten Idee bis zum fertigen Solarkraftwerk.

Mit der IWB Energieberatung verringern Sie die Energiekosten in Ihrem Haushalt nachhaltig. Gemeinsam zeigen wir Ihnen auf, wie Sie Ihre Energiekosten optimieren und gleichzeitig eine Wertsteigerung Ihres Gebäudes erreichen.

Livestreams zur Energiemangellage

«Versorgungssicherheit Gas» vom 18.05.2022

Zum YouTube-Video

«OSTRAL: Strommangellage» vom 24.02.2022

Zum YouTube-Video

«OSTRAL: Strommangellage als Chance?» vom 23.06.2022

Zum YouTube-Video

 

Zu allen Events

Beschäftigen Sie noch andere Fragen?

Reichen Sie hier Ihre Frage ein. Wir prüfen diese und nehmen sie sukzessive mit in den Fragekatalog auf.

Frage einreichen