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Versorgungssicherheit Gas

Durch den russischen Angriff auf die Ukraine herrscht an den Energiemärkten eine sehr schwierige Situation. Kurzfristig ist die Gasversorgung der Schweiz nicht eingeschränkt. Auf verschiedenen Ebenen laufen aktuell Bemühungen, die Versorgungssicherheit auch mittel- und langfristig sicherzustellen, auch ohne russisches Gas.

Ein Weg zur Unabhängigkeit von russischem Gas ist der gänzliche Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien. IWB hat die Dekarbonisierung der Energieversorgung in ihrer Strategie festgeschrieben. In den nächsten Jahren werden wir in der Wärmeversorgung die Ablösung von Erdgas als Energieträger vorantreiben – insbesondere durch den Ausbau von Fernwärme. Die aktuellen Entwicklungen bestärken uns auf diesem Weg. Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden auch bei individuellen Wärmelösungen, die auf erneuerbaren Energien basieren.

Die wichtigsten Fragen rund um die Versorgungssicherheit Gas

Wie steht es um die aktuelle Versorgungssicherheit in der Schweiz?

Die Schweizer Gasversorgung ist eng in die Europäische Gasversorgung eingebunden. Die Versorgungssicherheit ist ein gesamteuropäisches Thema. Experten gehen davon aus, dass die Gasversorgung bis zum Herbst 2022 auch ohne russisches Gas gewährleistet wäre. Dies, weil der Bedarf mittels anderer Importe, europäischer Gasspeicher oder europäischer Eigenproduktion gedeckt werden kann.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Sanktionen gibt es erhöhte Schwankungen auf den Energiemärkten. Falls es zu einem grossen ungeplanten Kraftwerkausfall, einer längeren Kälteperiode oder einem Lieferstopp von russischem Gas nach Europa kommen sollte, besteht im Winter 2022/2023 das Risiko einer Gasmangellage auch in der Schweiz.

Welche Massnahmen zur Versorgungssicherheit wurden in Schweiz bereits ergriffen?

Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, sicherzustellen, dass die Schweizer Gasbranche schnell ausreichend Gas, Gasspeicherkapazitäten und Flüssigerdgas-Terminalkapazitäten beschaffen kann. Der Vorlieferant von IWB ist hierbei aktiv eingebunden.

Auf politischer Ebene hat die Schweiz zusammen mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, der Niederlande und Österreich zudem eine Erklärung mit der Absicht unterzeichnet, um in der Erdgasspeicherung stärker zusammenzuarbeiten.

Welche Massnahmen zur Versorgungssicherheit wurden in Europa bereits ergriffen?

Auf europäischer Ebene laufen aktuell intensive Bemühungen die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und die Beschaffung breiter abzustützen. Dabei spielt Flüssigerdgas (LNG, Liquified Natural Gas) eine wichtige Rolle, da auf diese Weise Gas aus unterschiedlichsten Weltregionen beschafft werden kann. Die EU verfügt über knapp 40 LNG-Terminals. Laut EU-Kommission gibt es mehrere Länder, die in der Lage wären, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen. Als Beispiel werden die USA, Katar, Aserbaidschan, Ägypten, Nigeria und Norwegen genannt.

Was passiert im Falle einer Gasmangellage?

Für den Fall einer Gasmangellage besteht seitens der Wirtschaftlichen Landesversorgung ein Konzept, das Massnahmen zur Nachfragereduktion vorsieht. Dazu gehören Sparappelle, die Anordnung der Umschaltung von Zweistoffanlagen sowie die Kontingentierung von grossen Gasverbrauchern.

Ein sehr kurzfristiger Ersatz von Erdgas ist für die Kunden möglich, die mit sogenannten Zweistoffanlagen ausgerüstet sind und Heizöl als Brennstoff nutzen können. Diese Kunden können entsprechend rasch umstellen, wenn sie Heizölvorräte halten. Damit soll erreicht werden, dass die Versorgung von Kunden mit nicht umschaltbaren Anlagen auch bei Mangellagen aufrechterhalten werden kann.

Quelle: Bundesrat

Welche Priorität haben Produktionsbetriebe/Industrieabnehmer?

Die Gasversorgung ist in der Schweiz grundsätzlich Sache der Wirtschaft. Ist die Wirtschaft nicht mehr in der Lage, der Mangellage mit eigenen Mitteln zu begegnen, greift der Bund lenkend ein. Für die Vorbereitung und Durchführung von Bewirtschaftungsmassnahmen bei einer Gasmangellage ist die wirtschaftliche Landesversorgung (WL) zuständig.

Massnahmen der WL bei Gasmangellagen

In einer Gasmangellage gibt es Gas, aber zu wenig. Deshalb würde der Bund die Konsumentinnen und Konsumenten in einem ersten Schritt mittels Sparappellen aufrufen, den Gasverbrauch freiwillig zu reduzieren. Gleichzeitig kann der Bund den Firmen mit Zweistoffanlagen die Umstellung von Gas auf Heizöl vorschreiben.

Wenn dann immer noch zu wenig Gas verfügbar ist, kann der Bund das Gas für grosse Verbraucher ohne Zweistoffanlagen kontingentieren. Notfalls kann er sogar deren Stilllegung anordnen. Erst in einer dritten Stufe wären auch die privaten Haushalte betroffen und müssten ihren Gasverbrauch reduzieren. Das würde heissen, dass die Heizungen und damit oft auch warmes Wasser nicht mehr rund um die Uhr verfügbar wären.

Quelle: BWL

Gibt es Eskalationsstufen?

Eskalationsstufen sind in der EU vorgesehen. Basis ist die Verordnung über die Massnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung

Der Notfallplan Gas kennt drei Eskalationsstufen – die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe. Die Frühwarnstufe ist dann auszurufen, wenn es konkrete, ernst zu nehmende und zuverlässige Hinweise darauf gibt, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage sowie wahrscheinlich zur Auslösung der Alarm- bzw. der Notfallstufe führt.

In der Schweiz gibt es bisher keine entsprechenden Stufen.

Wie setzt sich die Gasmenge der IWB zusammen?

IWB bezieht Gas hauptsächlich über einen Vorlieferanten (Gasverbund Mittelland AG). Dieser bezieht das Erdgas über Grosshandelsverträge. Diese definieren in der Regel keine Herkunft des Gases. Laut dem Schweizerischen Gasverband betrug der Anteil von russischem Erdgas von Lieferungen in die EU und damit auch in die Schweiz im Jahr 2020 47%. Der zweitgrösste Lieferant ist Norwegen mit 24 %. Weitere EU-Staaten lieferten 19 %. Für das Jahr 2021 und 2022 liegen aktuell noch keine Zahlen zur Herkunft der Gaslieferungen vor.

Quelle: Verband der Schweizerischen Gasindustrie

Verwende ich russisches Gas, wenn ich 100% Biogas habe?

Unser Produkt IWB Biogas Plus ist ein Ergänzungsprodukt zum Erdgas. Der ökologische Mehrwert wird mit Herkunftsnachweisen generiert, eine physische Lieferung findet nicht statt. Der Aufpreis für den ökologischen Mehrwert fliesst zu den Produzenten von Biogas, dafür erhalten Bezüger auf Wunsch ein entsprechendes Zertifikat. Ausserdem bekommen sie für den Biogasbezug eine Gutschrift über die CO2-Abgabe. So tragen sie aktiv zur Förderung von klimafreundlicher Energie bei und verbessern Ihren persönlichen CO2-Fussabdruck.

Warum steht auf meiner Rechnung Erdgas obwohl ich Biogas beziehe?

Die Preise von IWB Biogas Plus verstehen sich als Aufpreis auf den jeweiligen Tarif von IWB Erdgas.

Die Preise und Kosten für das physisch gelieferte Gas und für den ökologischen Mehrwert werden getrennt ausgewiesen.

Wie entwickeln sich die Preise am Gasmarkt?

IWB strebt für ihre Kundinnen und Kunden stets eine gewisse Preisstabilität an. Kurzfristige Preis-Anpassungen – innerhalb weniger Tage oder Wochen – sind weder das Ziel noch sind sie notwendig. Eine seriöse Quantifizierung ist aufgrund der Volatilität derzeit aber kaum möglich. Wir analysieren die Marktsituation laufend. Falls erforderlich, werden wir der Regierung eine Tarifanpassung zur Genehmigung vorlegen.

Hier geht es zu den aktuell gültigen Tarifen

Wie kann Erdgas kurzfristig ersetzt werden?

Ein sehr kurzfristiger Ersatz von Erdgas ist für die Kunden möglich, die mit sogenannten Zweistoffanlagen ausgerüstet sind und Heizöl als Brennstoff nutzen können. Diese Kunden können entsprechend rasch umstellen, insbesondere, wenn sie Heizölvorräte halten. Damit soll erreicht werden, dass die Versorgung von Kunden mit nicht umschaltbaren Anlagen auch bei Mangellagen aufrechterhalten werden kann.

Welche Alternativen zu Gas gibt es?

Es gibt viele Alternativen, falls Sie komplett auf Gas verzichten wollen. IWB hilft Ihnen, die passende Lösung zu finden:

Für Geschäftskunden empfiehlt sich eine Umstellung auf eine erneuerbare Lösung. IWB begleitet die Kunden hier sehr eng und bietet ein umfassendes Lösungsangebot.

 

Für private Eigentümer empfiehlt sich eine Umstellung auf eine erneuerbare Heiz-Lösung wie beispielsweise Wärmepumpen, Holz-Pellets oder Fernwärme. IWB begleitet und berät die Kunden auch hier sehr eng.

Wenn Sie Ihre Heizung in nächster Zeit nicht ersetzen wollen, gibt es auch die Möglichkeit den Anteil an Biogas zu erhöhen:

 

Mieter, welche keinen direkten Einfluss auf die jeweilige Heizungsanlage in ihrer Wohnung haben, können entweder:

  • direkt auf ihren Vermieter zugehen und hier ihr Bedürfnisse nach einer erneuerbaren Heizung platzieren (Umsetzung liegt dann beim Vermieter)

  • können ihren Wärmebezug mit Biogas erweitern

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